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Was ist zu tun bei hohem Blutdruck?

  • Autorenbild: Oliver Meißel
    Oliver Meißel
  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 15 Stunden


Den Blutdruck natürlich senken – das geht. Es gibt viele natürliche Blutdrucksenker, die sich gut in den Alltag einbauen lassen.


Blutdruck natürlich senken: sechs Basistipps


Zu hohe Blutdruckwerte gehören zu den gefährlichsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall, Herzinfarkt und viele andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer seinen Blutdruck natürlich senken möchte, sollte sich vor allem an den sechs Basistipps orientieren, die von Herzexpertinnen und -experten empfohlen werden. Mit diesen natürlichen Blutdrucksenkern können Sie eine Menge erreichen:


1. Achten Sie auf ausreichend Bewegung


Mit Hilfe von Sport und Alltagsbewegung können Sie Ihre Werte um etwa 5 bis 9 mmHg senken (diastolisch um 3-5 mmHg). Seien Sie mindestens fünf Mal pro Woche für 30 Minuten aktiv. Bei hohen Ausgangswerten ist die Blutdrucksenkung besonders merklich. Gut sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Walking oder Schwimmen.


2. Vermeiden Sie Übergewicht


Übergewicht ist ein bedeutender Bluthochdruck-Risikofaktor. Studien haben gezeigt: Eine Gewichtsabnahme von im Durchschnitt vier Kilogramm kann den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 2 mmHg senken. Mit jedem weiten Kilogramm weniger auf der Waage können Sie den Blutdruck um jeweils weitere 1-2 mmHg senken.


3. Essen Sie weniger Salz


Rund 50 Prozent der Bluthochdruck-Patienten sind salzempfindlich. Sparen Sie täglich einen gestrichenen Teelöffel Salz ein – das entspricht etwa fünf Gramm –, dann können Sie den systolischen Blutdruck um etwa 6-8 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken, wie in Studien nachgewiesen wurde. Dabei zeichnet sich besonders gesunde Nahrung (Obst, frisch bereitetes Gemüse) durch einen niedrigen – Brot dagegen durch einen hohen Salzgehalt aus. Es dauert allerdings mitunter einige Wochen, bis der blutdrucksenkende Effekt der Salzrestriktion zum Tragen kommt.


4. Trinken Sie nur wenig Alkohol


Männer sollten pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol trinken, Frauen nicht mehr als zehn Gramm.  Zehn bis zwölf Gramm Alkohol entsprechen einem „Standardglas“, also 0,25 Liter Bier, 0,1 Liter Wein, 0,1 Liter Sekt oder 0,33 Liter Biermixgetränk. Menschen, die zuvor regelmäßig viel Alkohol konsumiert haben, können so eine Blutdrucksenkung von 4-7 mmHg systolisch und 3-5 mmHg diastolisch erreichen.


5. Vermeiden Sie Stress:


Beruflicher oder privater Stress treibt die Blutdruckwerte in die Höhe. Achten Sie auf ausreichend Pausen, Entspannung und Schlaf. Stress stößt nämlich molekulare Prozesse im Körper an. Und diese können zu chronischen Entzündungen im Körper führen, die dann die Gefäße schädigen und den Blutdruck erhöhen.


6. Verzichten Sie aufs Rauchen


Schon eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck. Zwei Jahre nach einem Rauchstopp hat ein Ex-Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein lebenslanger Nichtraucher. Der Ersatz von Zigaretten durch Verdampfersysteme (E-Zigaretten) ist unter gesundheitlichen Aspekten keine sinnvolle Alternative.


Salz und Blutdruck: Was sagt die Forschung?


Salz und Blutdruck

„Auf die Beschränkung der Kochsalzaufnahme wird häufig viel zu wenig geachtet. Sie können Salz einsparen, indem Sie Fertigprodukte, Pökelwaren und Fischmarinaden meiden, Schinken, Wurst und Käse sparsam konsumieren und beim Kochen möglichst kein Salz, sondern Gewürze verwenden. Vermeiden Sie zudem, das Essen bei Tisch nachzusalzen“, rät Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung e.V und Klinikdirektor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen im Deutschen Herzzentrum München. Dass weniger Kochsalz auf dem Speiseplan günstig auf den Blutdruck wirken kann – zumindest bei sogenannten “salzsensitiven” Patienten –, ist inzwischen in mehreren Untersuchungen festgestellt worden. Und offensichtlich profitiert das Herz auch langfristig davon, wie nun eine Studie ergeben hat, die auf dem europäischen Kardiologenkongress 2021 vorgestellt wurde. Dabei haben die über 60-jährigen Teilnehmer mit schlecht eingestellten Blutdruckwerten in ihrer Küche das übliche Kochsalz, chemisch Natriumchlorid, durch eine Salzmischung aus 75 % Natriumchlorid und 25 % Kaliumchlorid ersetzt. Nach im Schnitt rund fünf Jahren zeigte sich, dass es damit unter den Nutzern der Salzmischung (mit weniger Natrium – mehr Kalium) zu deutlich weniger schwerwiegenden Herzproblemen und Schlaganfällen sowie zu weniger Todesfällen gekommen war. In Obst (z.B. Bananen, Himbeeren, Johannisbeeren, getrocknete Aprikosen), Nüssen und Gemüse (z.B. Spinat, Kohlsorten, Karotten und Hülsenfrüchten) findet sich auch viel Kalium.


Blutdrucksenkende Lebensmittel: von Ingwer bis Rote Beete


Neben den sechs Basis-Empfehlungen zur Senkung der Blutdruckwerte finden Sie einige natürliche blutdrucksenkende Lebensmittel in Ihrer Küche. So scheint Rote Beete einen – zumindest geringen und kurzzeitigen – Effekt auf den Blutdruck zu haben: Eine kleine englische Studie mit 14 Freiwilligen hat gezeigt, dass das Trinken von einem halben Liter Rote Beete-Saft den systolischen Blutdruck 24 Stunden lang um etwa 5 mmHg senken kann.


Der Effekt beruht wohl auf den in Rote Bete enthaltenen Nitraten. Diese werden durch den Speichel zu Nitrit reduziert, was die Gefäße erweitert und den Blutdruck senkt. Nitratreich sind auch andere Gemüsesorten wie Fenchel oder Weißkohl. Auch bei dunkler Schokolade – am besten ab 85 Prozent Kakaoanteil – sind geringe Blutdrucksenkungen möglich, vermutlich bedingt durch den hohen Anteil an bestimmten pflanzlichen Verbindungen, den Flavonoiden. Mehr als eine Viertel Tafel Zartbitterschokolade pro Tag sollte es allerdings aufgrund der hohen Kaloriendichte nicht sein. Ebenfalls unterstützend können Sie Ingwer nutzen – als Gewürz zum Kochen oder überbrüht als Tee. Denn er hat u.a. eine leicht gefäßerweiternde Wirkung, was sich positiv auf den Blutdruck auswirken kann. Die genannten blutdrucksenkenden Lebensmittel können jedoch weder die Blutdruck-Therapie noch entsprechende Medikamente ersetzen. Sie sind lediglich eine mögliche Ergänzung im Rahmen einer gesunden Ernährung und stellen keine alleinige Therapiemaßnahme dar.


Was hilft bei niedrigem Blutdruck?


Hypotonie: Wann ist ein niedriger Blutdruck gefährlich?


Bis zu drei Millionen Deutsche haben genetisch bedingt einen niedrigen Blutdruck, der nicht auf eine Vorerkrankung zurückgeht. Meistens ist der Niederdruck, die Hypotonie, symptomfrei. Kommt es doch zu Beschwerden, sind diese in der Regel unangenehm: es können zum Beispiel Schwindel und Ohnmacht auftreten.


Wann gilt niedriger Blutdruck als Hypotonie?


Wenn der Blutdruck unter einem Wert von 100 zu 60 mmHg liegt, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von niedrigem Blutdruck – der medizinische Ausdruck ist Hypotonie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet Blutdruck ab folgenden Werten als zu niedrig ein:

 

  • Frauen: unter 100 zu 60 mmHg,

  • Männer: unter 110 zu 70 mmHg.

 

Es gibt keine klare Trennlinie zwischen normalem und niedrigem Blutdruck. „Hypotonie, ein niedriger Blutdruck, ist an sich keine Erkrankung. Für Patientinnen und Patienten, die einen niedrigen Blutdruck haben, sofern sie gesund sind, ist das nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden“, sagt Prof. Felix Mahfoud vom Universitätsklinikum des Saarlandes. „Aber wenn zum Beispiel jemand Bluthochdruck hat und unter Therapie steht, sollte dieser dann nicht unter 120 beziehungsweise 70 mmHg liegen. Eine so genannte Übertherapie sollte vermieden werden.“ Und auch in einigen anderen Fällen könne Hypotonie gefährlich werden, weshalb eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig seien, so Prof. Mahfoud.


Was sind die Symptome von niedrigem Blutdruck?


niedrigem Blutdruck

Viele Menschen haben trotz eines sehr niedrigen Blutdrucks keine Symptome – ähnlich, wie es auch in vielen Fällen bei hohem Blutdruck der Fall ist. Betroffene nehmen Hypotonie oft erst wahr, wenn sie sich häufig müde fühlen oder fast immer sehr kalte Hände und Füße haben.

 

Wenn es zu stärkeren Symptomen kommt, sind diese in der Regel bereits unangenehm, wie Schwindel und Ohnmacht. Dann sollte eine Ärztin oder ein Arzt abklären, ob der niedrige Blutdruck eine organische Ursache hat.

 

Wenn Sie Symptome bekommen, können sie sich wie folgt äußern:

  • Schwindelgefühl, Benommenheit oder Ohnmacht,

  • verschwommene Sicht,

  • ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag,

  • sich krank fühlen, Gefühl von Übelkeit,

  • Verwirrung.


Welche Ursachen führen zu niedrigem Blutdruck?


Ursachen führen zu niedrigem Blutdruck

Die Ursachen für niedrigen Blutdruck reichen von Flüssigkeitsmangel bis hin zu schweren Erkrankungen. Es sei wichtig herauszufinden, was genau den niedrigen Blutdruck verursacht, nur dann kann er gezielt behandelt werden, erläutert Prof. Mahfoud. „Wir checken also: Besteht eine Übertherapie mit Medikamenten? Liegt eine Herzschwäche vor? Gibt es eine Anpassungsstörung bei Lagewechsel wie Schwindel bei raschem Aufstehen?“


Wie wird niedriger Blutdruck behandelt?


Eine medikamentöse Behandlung wird nur dann erforderlich, wenn der niedrige Blutdruck ernsthafte Beschwerden verursacht und möglicherweise gesundheitsgefährdend ist.


Ansonsten kann man schon mit ein paar einfachen Maßnahmen entgegenwirken: beispielsweise mit mehr körperlicher Aktivität, besonders Ausdauersport, einer ausgewogenen Ernährung und einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme. Manchmal werden Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training empfohlen, die die Durchblutung fördern und damit die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessern können. Auch Wechselduschen, die den Kreislauf anregen, haben sich sehr bewährt.


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