Was ist ein Dekubitus und was kann ich tun?
- Oliver Meißel
- 19. März
- 3 Min. Lesezeit

Bei Dekubitus, auch bekannt als Wundliegen oder Druckgeschwür, ist die Haut und/oder das Gewebe schwer geschädigt. Bestenfalls kommt es gar nicht erst zu einem Dekubitus, denn es gibt spezielle Maßnahmen, mit denen Sie einem Dekubitus im Pflegealltag gezielt vorbeugen können. Beispielsweise durch regelmäßige Umpositionierung, spezielle Unterlagen oder Matratzen und sorgfältige Hautpflege. Ist dennoch ein Dekubitus entstanden, muss dieser in der Regel komplex behandelt werden. Dabei gibt es einiges zu beachten. pflege.de informiert Sie in dieser Themenwelt umfassend zum Dekubitus und gibt Ihnen praktisches Pflegewissen an die Hand.
Dekubitus: Definition
Ob Dekubitalulcus, Druckgeschwür oder Wundliegen – alle Bezeichnungen beschreiben den sogenannten Dekubitus.
Hierbei handelt es sich um eine Druckstelle, die durch langanhaltenden Druck auf das Hautgewebe entsteht. Bleibt sie unbehandelt, kann aus ihr eine offene Wunde werden. Besonders anfällig sind Körperstellen, an denen Knochenvorsprünge dicht unter der Haut liegen, die weder durch Fett noch durch Muskeln geschützt werden.
Personen, die bewegungseingeschränkt oder bettlägerig sind, haben ein stark erhöhtes Dekubitus-Risiko.
Am häufigsten entsteht ein Dekubitus in Rückenlage, nämlich über dem Kreuzbein, am Gesäß sowie an den Fersen. Bei querschnittsgelähmten Personen sind vor allem das Sitzbein und das Kreuzbein betroffen.
Dekubitus-Symptome
Die klassischen Symptome eines Dekubitus sind meist spürbar wie sichtbar.
Ein Dekubitus kann
Schmerzen an der betroffenen Stelle verursachen.
eine rote oder violette Haut an der betroffenen Stelle hervorrufen.
sich durch eine Haut äußern, die im Vergleich zur umliegenden Haut dünner und weicher ist.
die Haut einreißen und eine offene, großflächige Wunde bilden.
Zu hohe Druckbelastung
Ein Dekubitus entsteht dann, wenn die Druckbelastung zu hoch ist beziehungsweise das Gewebe dem Druck nicht mehr standhalten kann. Dabei ist es unerheblich, ob kurzzeitig starker Druck oder über längere Zeit leichter Druck auf die Haut ausgeübt wird.
Die Medizin unterscheidet zwischen zwei Arten von Druck:
Druck von außen: Zum Beispiel durch Falten im Bettlaken oder der Kleidung, Schienen, Katheter oder Sonden
Druck von innen: Zum Beispiel bei Knochen, die kaum von Fett- und Muskelgewebe umgeben sind
Dekubitus-Behandlung
Grundsätzlich sollte jeder Dekubitus behandelt werden. Die Therapie ist in den meisten Fällen komplex und gehört in die Hände von qualifizierten Fachkräften und Ärzten. Oft erstreckt sich die Behandlung von Dekubitus über einen längeren Zeitraum.
Welche Maßnahmen erforderlich sind, wird immer individuell entschieden. Wichtige Entscheidungskriterien sind unter anderem die Ursache, die jeweilige Dekubitus-Kategorie und die individuelle Situation des Patienten.
Druckentlastung und Druckverteilung bei Dekubitus
Die Grundlage jeder Dekubitus-Therapie ist eine sofortige Druckentlastung und -verteilung. Durch diese Druckentlastung kommt die Durchblutung wieder in Gang, beschädigte Zellen können sich regenerieren und auch die Versorgung des Gewebes stabilisiert sich.
Einige wichtige Faktoren hierbei sind:
Die Positionierung (abhängig von der betroffenen Körperstelle) des Betroffenen.
Die Auswahl der passenden Lagerungs- beziehungsweise Positionierungshilfsmittel.
Das individuelle Zeitintervall für die regelmäßigen Umpositionierung des Betroffenen.
Die Förderung der Mobilität des Betroffenen durch sogenannte Mobilisation.
Wundversorgung bei Dekubitus
Die Wundversorgung bei Dekubitus ist ein sehr komplexer Prozess, denn Dekubitalgeschwüre heilen nur sehr langsam und schwer.
Jede Wundversorgung bei einem Dekubitus besteht aus folgenden Schritten:
Entfernung des abgestorbenen Gewebes (sogenanntes Débridement) sowie Reinigung der Wunde und deren Umgebung.
Bekämpfung beziehungsweise Verhinderung von Infektionen der Wunde.
Phasen- beziehungsweise stadiengerechte Wundversorgung mit individuell angepassten Verbandmitteln, die vor allem das feuchte Wundmilieu und damit die Heilung unterstützen.
Gegebenenfalls erfolgt ein plastisch-chi rurgischer Eingriff, etwas mittels einer Hauttransplantation, wenn es sich um einen großflächigen Dekubitus handelt.
Feuchte Wundbehandlung mit speziellen Wundauflagen
Die Wundbehandlung bei einem Dekubitus sollte in einem möglichst feuchten Wundmilieu erfolgen. Hierfür eignen sich spezielle hydroaktive Wundauflagen, die zur sogenannten modernen Wundversorgung gehören. Die Auswahl einer geeigneten Wundauflage hängt von der jeweiligen Wundheilungsphase ab und gehört in jedem Fall in die Hände von Experten.
