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Im Gespräch mit Ulrike Kempchen, BIVA

  • Autorenbild: Oliver Meißel
    Oliver Meißel
  • 1. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Wenige beschäftigen sich mit Pflegevorsorge

Für ihren aktuellen Ehrenamtsmonitor ließen die Malteser jüngst 2003 Personen von YouGov zu Einstellungen zu Pflegebedürftigkeit und Ehrenamt befragen. Demnach zeigen sich 77 Prozent der Befragten besorgt über die Pflege in Deutschland. Über 80 Prozent betrachten den "Pflegenotstand" als von der Politik nicht ausreichend erkannt und angegangen. Allerdings hat sich auch fast die Hälfte der Befragten noch keine Gedanken gemacht, wie ihre eigene Pflege im Alter zusehen sollte. Die Sorgen um die Bezahlbarkeit der Pflege und um den Verlust der Selbständigkeit, die jeder Zweite teilt, führen die Liste an. Dennoch sorgt die Mehrheit der Befragten nicht aktiv für ihre Pflege im Alter vor. Jeder Fünfte hat finanzielle oder juristische Vorbereitungen und nur 4 Prozent haben organisatorische Vorbereitungen getroffen.

Jeweils 14 Prozent wünschen sich von Familie bzw. Freunden oder von einem Pflegedienst gepflegt zu werden. Für 10 Prozent ist eine Senioren-WG die passende Option, für 5 Prozent ist es eine Altenhilfe-

einrichtung. Ein Drittel der Befragten ist durchaus bereit, pflegebedürftige Menschen auch außerhalb der Familie ehrenamtlich zu begleiten. Vorstellen können sich die Befragten dabei vor allem Besuche and Gespräche (66 Prozent), gefolgt von Ausflugsbegleitungen und der Unterstützung im Haushalt. Als Motivation nennen sie den Wunsch, Gutes zu tun (57 Prozent), Einsamkeit zu lindern (56 Prozent) und später selbst Hilfe zu erhalten (53 Prozent). Eine Mehrheit (56 Prozent) kann sich nicht vorstellen, sich ehrenamtlich an der Pflege von Nicht-Familienmitgliedern zu beteiligen. Als größte Hindernisse werden Zeitmangel und das Unbehagen, fremden Menschen zu nahe zu kommen (jeweils 34 Prozent) sowie-gerade mit zunehmendem Alter-gesundheitliche Probleme (25 Prozent) angeführt. Jeder Vierte hat Bedenken, der Aufgabe gewachsen zu sein.


Pflege-partner-tipp:

Neuer kostenloser Ratgeber

Um pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu unterstützen, hat die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative einen neuen kostenlosen Ratgeber aufgelegt. "Für Menschen mit Demenz da sein - Orientierung und Hilfe für pflegende Angehörige" bietet Wissen, das pflegenden Angehörigen hilft, für einen Menschen mit Demenz da zu sein, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Die Broschüre begleitet Angehörige mit Informationen ab der Diagnose durch alle Phasen der Erkrankung. Es wird erklärt, wie sich das Verhalten von Menschen mit Demenz verändert, warum vertraute Routinen plötzlich nicht mehr funktionieren und wie man mit herausfordernden Situationen umgehen kann.

Bestellmöglichkeit: vinc.li/4m2QRDV


DIHK-Chef: Leistungen „sinnvoll begrenzen"

Um weitere Erhöhungen von Sozialbeiträgen und Steuern zu verhindern, fordert die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) Leistungskürzungen in der Kranken- und Pflegeversicherung. "Wenn die jetzt schon hohen Beiträge und Steuern nicht noch weiter steigen sollen, müssen wir die Leistungen sinnvoll begrenzen", sagte DIHK-Präsident Peter Adrian der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Der Staat könne nicht jede Form von Pflegebedürftigkeit komplett abdecken, erklärte Adrian. "Wir brauchen generell mehr Eigenverantwortung, wir müssen weg von der Vollkasko-Mentalität", verlangte der DIHK-Chef. (epd)


Angebote ausbauen

Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte, CSU

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler (CSU), hat sich für eine Entlastung von pflegenden Angehörigen ausgesprochen. "Wir haben schon heute Angebote - etwa die Tagespflege oder Plätze für Kurzzeitpflege, damit Angehörige durchschnaufen können. Das darf aber nicht nur auf dem Papier stehen", sagte sie dem Portal web.de. Der Anspruch nütze wenig, wenn es diese Angebote vor Ort gar nicht gebe. "In vielen Regionen haben wir zu wenig Plätze für Tages- und Kurzzeitpflege", sagte die CSU-Politikerin. Deshalb sei eine gute Planung vor Ort nötig. Die Kommunen müssen sich genau anschauen: Wie viele Pflegebedürftige haben wir in 10, 15 Jahren und welche Angebote brauchen sie und ihre Angehörigen?", sagte Staffler. (epd)


Lohnersatzleistung einführen

Die BAGSO-Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen appelliert an die Politik, eine Pflegewende zu gestalten, die Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation stärkt und Kommunen mehr Verantwortung überträgt. Zudem sei eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige einzuführen. "Die Qualitätssicherung in der professionellen Pflege muss sich stärker an der Lebensqualität und Rehabilitation der Pflegebedürftigen orientieren", fordert die BAGSO.


Sozialstaatsmodell stärken

Anlässlich der aktuellen Debatte zur Zukunft des Sozialstaats plädiert der Deutsche Caritasverband für eine gemeinsame Anstrengung von Politik und Zivilgesellschaft. "Es geht darum, die drängenden Herausforderungen richtig zu bewerten, tragfähige Lösungen zu entwickeln und das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Institutionen des deutschen Sozialstaatsmodells zu stärken", so Caritas Präsidentin Welskop-Deffaa (Foto).


Welskop-Deffaa, Caritas Präsidentin

"Angesichts der nahenden demographischen Kipp-Punkte ist der Reformbedarf in der Sozialpolitik groß - aber es gibt keinerlei Anlass für einen Kahlschlag", betont Welskop-Deffaa. "Anstatt Angst und Sozialneid zu schüren, ist es entscheidend, jetzt an die Solidarität und gemeinsame Verantwortung zu appellieren. Unser Sozialstaat lebt vom Füreinander und Miteinander der Generationen und davon, dass starke Schultern bereit sind, größere Lasten zu tragen."

Insbesondere in der Renten- und der Pflegeversicherung erfordert die Umlagefinanzierung eine Antwort auf die Frage, wie die Leistungserwartungen der älteren Generation und die Beitragslasten der jungen perspektivisch zueinander in Beziehung gesetzt werden.

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