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Verband: Pflegereform verschärft soziale Ungleichheit

Autorenbild: Oliver Meißel
Oliver Meißel
15. Sept.
3 Min. Lesezeit

Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), das ab 2027 die Pflegeversicherung neu ordnen soll (s. Beitrag ab Seite 12), wird von wir pflegen e. V., der Interessensvertretung und Selbsthilfeorganisation für pflegende Angehörige, scharf kritisiert. Statt Entlastung bringe es für pflegende Angehörige massive finanzielle Einbußen, mehr Bürokratie und soziale Härten.

In einer Stellungnahme an das Bundesgesundheitsministerium warnte der Verband vor den Folgen des Referentenentwurfs, der pflegende Familien übermäßig belaste, pflegende Eltern und pflegende Kinder und Jugendliche mit ihren besonderen Bedarfen komplett ignoriere und die Versorgungsqualität gefährde.

„Die geplante Pflegereform ist ein Rückschritt. Sie vertieft die soziale Spaltung in der Pflege und setzt pflegende Familien unter Druck“, warnt wir pflegen Vorstand Sebastian Fischer. „Wenn die Bundesregierung nicht umdenkt, zahlt unsere Gesellschaft einen hohen Preis: mehr Armut, mehr Überlastung und mehr Abhängigkeit von prekären Arbeitsverhältnissen. Pflege muss als Gesamtsystem gesehen werden – nicht als Kostenfaktor, sondern als gesellschaftliche Aufgabe.“

Ab 2027 sollen neue Pflegebudgets eingeführt werden. Doch statt mehr Flexibilität gäbe es versteckte Kürzungen, betont der Verband wir pflegen: Bei Pflegegrad 2 zum Beispiel sinken die Ansprüche von 16.427 Euro auf 14.623 Euro pro Jahr (-1.804 Euro), bei Pflegegrad 3 von 24.839 Euro auf 23.035 Euro pro Jahr (-1.804 Euro).

Noch dramatischer seien die geplanten Rentenkürzungen für pflegende Angehörige. Die geplanten Regelungen verschärften so die soziale Ungleichheit und rentenrechtliche Benachteiligung von Frauen massiv. Der Verein hat eine Petition „Pflegereform ja – aber nicht auf Kosten pflegender Angehöriger“ gestartet.



pflegepartner-tipp:

Künstliche Intelligenz & Alter


Ziel des Kompetenznetzwerk KI & Alter (KoKIA) ist es, alltagsnahe KI-Anwendungen sowie Beteiligungsformate zu fördern, die älteren Menschen einen informierten, sicheren und selbstbestimmten Umgang mit KI ermöglichen. Auf der Website www.ki-und-alter.de werden Informationsmaterialien und Handreichungen zu aktuellen Entwicklungen zum Thema Künstliche Intelligenz gebündelt. Unter dem Button „Landkarte“ lassen sich inzwischen 58 Senioren-Internet-Initiativen, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenbüros und weitere Einrichtungen regional auffinden, die älteren Menschen digitale Kompetenzen vermitteln.

Zur Homepage des Netzwerks: https://ki-und-alter.de



Suizidprävention stärken

In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid, besonders gefährdet sind Menschen im hohen Lebensalter. Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen begrüßt deshalb die Pläne der Bundesregierung zur Stärkung der nationalen Suizidprävention. Ziel des Gesetzesvorhabens ist es, die Prävention von Suizidversuchen und Suiziden durch Information, Aufklärung, Forschung und Unterstützung von Menschen in Krisensituationen zu stärken. In ihrer Stellungnahme hebt die BAGSO positiv hervor, dass Menschen in der letzten Lebensphase im Referentenentwurf als eine zentrale Zielgruppe der Suizidprävention anerkannt werden.


Porträt von Caritaspräsidentin Welskop-Deffaa mit Brille vor hellem Hintergrund, gelber Balken mit Text.


„Frauenfeindliche Fehlentscheidung“



Scharfe Kritik übte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa an der im Entwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) vorgesehenen Reduzierung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. „Die allermeisten Leistungen für Pflegebedürftige werden in der Familie erbracht.“ Das Gesetz bekräftige den Vorrang der häuslichen Pflege. Es sei „eine familien- und frauenfeindliche Fehlentscheidung, wenn nun den pflegenden Angehörigen Rentenpunkte gekürzt werden“, um Einsparpotenziale zu erwirtschaften. „Hier erwarten wir dringend eine Korrektur im Gesetzgebungsprozess.“ In einem nachhaltig wirksamen Stabilisierungspaket dürfen laut Caritasverband Beitragserhöhungen nicht tabu sein – die geplante Erhöhung des Beitrags um 0,1 Prozent, von der Versicherte mit Kindern ausgenommen sind, gehe in die richtige Richtung.



Tipps gegen Augenleiden

Gersten- und Hagelkörner zählen zu den häufigsten Augenleiden überhaupt. Und bei Menschen unter anderem mit Hauterkrankungen, allergischer Neigung, Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem können sich die Lider immer wieder neu entzünden.

„Das Gerstenkorn entsteht aufgrund einer bakteriellen Infektion, eitert oft ähnlich wie ein Pickel und schmerzt“, sagt Dr. med. Philomena Alice Wawer Matos Reimer vom Zentrum für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Köln. Das Hagelkorn ist dagegen meist die Folge eines Sekret-Staus in einer


Nahaufnahme eines älteren Gesichts mit blauem Auge und Falten, links Wasserzeichen Foto: Adobe Stock/Syda Productions

Meibomdrüse. „Es eitert nicht, ist abgekapselt, entwickelt sich eher langsam und ist in der Regel deutlich weniger schmerzhaft“, so Wawer Matos Reimer.

„Beim Gerstenkorn kann bei ausgeprägter bakterieller Entzündung eine antibiotische Augensalbe sinnvoll sein, die der Augenarzt oder die Augenärztin verschreibt, beim Hagelkorn helfen Antibiotika in der Regel nur im akuten Entzündungsintervall“, erläutert Wawer Matos Reimer. In beiden Fällen unterstützen desinfizierende und entzündungshemmende, meist kortisonhaltige Salben. Besonders hilfreich sind warme Kompressen kombiniert mit Lidkantenpflege. „Womit wir sehr gute Erfahrungen machen, ist ein altes Hausmittel: Kompressen mit schwarzem Tee“, so Wawer Matos Reimer.


Nahaufnahme eines Auges


„Beim Gerstenkorn kann bei ausgeprägter bakterieller Entzündung eine antibiotische Augensalbe sinnvoll sein, die der Augenarzt oder die Augenärztin verschreibt, beim Hagelkorn helfen Antibiotika in der Regel nur im akuten Entzündungsintervall“, erläutert Wawer Matos Reimer. In beiden Fällen unterstützen desinfizierende und entzündungshemmende, meist kortisonhaltige Salben. Besonders hilfreich sind warme Kompressen kombiniert mit Lidkantenpflege. „Womit wir sehr gute Erfahrungen machen, ist ein altes Hausmittel: Kompressen mit schwarzem Tee“, so Wawer Matos Reimer.


Wie körperliche Aktivität Wohlbefinden fördert

Bewegung im Alltag verbessert bei den meisten Menschen die Stimmung und steigert insbesondere das Gefühl von Wachheit und Energie. Das zeigt eine internationale Meta-Analyse unter Beteiligung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim. Für die Studie wurden Daten von mehr als 8.000 Personen aus über 60 alltagsnahen Untersuchungen ausgewertet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Nature Human Behaviour“ veröffentlicht.

Mehr Infos unter: vinc.li/3RrRq0q

 
 
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